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Ratgeber · Preise

Was kostet eine Webseite für einen Handwerksbetrieb? Preise 2026 ohne Umwege

Von Alexander Görs, Stand 17. Oktober 2026, etwa vier Minuten Lesezeit.

Die ehrliche Antwort zuerst: zwischen 0 und 15.000 Euro. Das hilft Ihnen nicht. Deshalb hier die drei Wege, die ein Betrieb mit 1 bis 20 Mitarbeitern wirklich hat, mit Zahlen, Nebenkosten und einer Rechnung über drei Jahre.

Drei Wege, drei Preise

Baukasten selbst machen. Wix, Jimdo oder IONOS kosten 10 bis 35 Euro im Monat, je nach Paket. Die Software ist nicht das Problem. Das Problem ist Ihre Zeit. Wer es noch nie gemacht hat, braucht nach meiner Erfahrung 20 bis 40 Stunden, bis die Seite steht. Rechnen Sie Ihren Stundensatz dagegen. Bei 60 Euro sind das 1.200 bis 2.400 Euro, die Sie nicht auf der Baustelle verdient haben. Dazu kommt: Die Seite sieht am Ende meist aus wie die Vorlage, und Impressum und Datenschutz müssen Sie selbst richtig hinbekommen.

Freelancer. Einzelne Webdesigner nehmen für eine Seite mit fünf Unterseiten 900 bis 3.000 Euro. Die Spanne ist groß, weil manche nach Stunden abrechnen und andere zum Festpreis. Bei Stundensätzen von 60 bis 110 Euro wissen Sie vorher nicht, was am Ende steht. Fragen Sie deshalb immer nach einem Festpreis und danach, was der Preis genau enthält.

Agentur. Agenturen mit Büro und Team beginnen bei 3.000 Euro und liegen für einen Handwerksbetrieb meist zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Dafür bekommen Sie Projektleitung, Konzept, Texter, Designer. Das ist sinnvoll ab etwa 20 Mitarbeitern oder wenn Sie einen Online-Shop brauchen. Für einen Dachdeckerbetrieb mit sechs Leuten ist es zu viel Apparat.

Zum Vergleich mein eigenes Angebot: 690 Euro für eine Seite mit bis zu fünf Unterseiten, 1.290 Euro mit Suchmaschinen-Grundoptimierung und Google-Unternehmensprofil. Beides Festpreis, fertig in sieben Werktagen.

Was den Preis wirklich treibt

Vier Dinge bestimmen den Preis, egal bei wem Sie kaufen.

  1. Die Anzahl der Seiten. Startseite, Leistungen, Über uns, Galerie, Kontakt reichen für fast jeden Betrieb. Jede weitere Seite kostet Zeit für Text und Bilder.
  2. Texte. Wer die Texte selbst liefert, spart 150 bis 400 Euro. Wer sie schreiben lässt, bekommt meistens bessere. Bei mir kostet das 200 Euro extra.
  3. Fotos. Eigene Fotos vom Betrieb sind der größte Unterschied zwischen einer Seite, der man vertraut, und einer, die nach Vorlage aussieht. Ein Fotograf vor Ort kostet 250 bis 600 Euro für zwei Stunden. Stockfotos kosten nichts und bringen auch nichts.
  4. Funktionen. Kontaktformular ist Standard. Online-Terminbuchung, Bewertungs-Einbindung oder ein Kundenbereich kosten jeweils 200 bis 1.000 Euro extra und oft laufende Gebühren bei einem Drittanbieter.

Die Nebenkosten, die in keinem Angebot stehen

Die Seite ist fertig, und dann geht es erst los. Diese Posten kommen jedes Jahr:

  • Domain: 10 bis 20 Euro im Jahr. Achten Sie darauf, dass sie auf Ihren Namen eingetragen wird, nicht auf den des Anbieters.
  • Hosting: 5 bis 30 Euro im Monat. Bei Baukästen ist es im Abo drin, bei Agenturen oft ein eigener Posten.
  • Pflege und Updates: Bei WordPress-Seiten sind das 2 bis 4 Updates im Monat. Wer sie auslässt, hat irgendwann eine gehackte Seite. Wartungsverträge kosten 30 bis 150 Euro im Monat.
  • Änderungen: Neue Öffnungszeiten, ein neuer Mitarbeiter, ein neues Foto. Bei Stundenabrechnung sind das jedes Mal 60 bis 110 Euro.
  • Rechtliches: Eine Abmahnung wegen eingebundener Google-Schriften hat 2022 und 2023 viele Betriebe 100 bis 200 Euro gekostet. Fragen Sie, ob die Seite ohne fremde Server auskommt.

Bei mir sind Hosting, Domain, Updates und zwei kleine Änderungen im Monat in der Wartung für 69 Euro enthalten.

Rechenbeispiel über drei Jahre

Nehmen wir einen Malerbetrieb mit fünf Mitarbeitern, der eine Seite mit fünf Unterseiten braucht und die Texte selbst liefert.

Posten Baukasten selbst Freelancer Stundenbasis A.G. designs Starter
Erstellung 0 Euro plus 30 Stunden eigene Zeit, etwa 1.800 Euro 2.000 Euro 690 Euro
Laufend, 36 Monate 25 Euro × 36 = 900 Euro Hosting 10 Euro × 36 plus Pflege 50 Euro × 36 = 2.160 Euro 69 Euro × 36 = 2.484 Euro
Änderungen, 10 Stück eigene Zeit, etwa 10 Stunden = 600 Euro 10 × 80 Euro = 800 Euro enthalten
Summe drei Jahre etwa 3.300 Euro etwa 4.960 Euro 3.174 Euro

Die Zahlen für Baukasten und Freelancer sind Erfahrungswerte aus Gesprächen mit Betrieben, keine Preislisten. Sie zeigen aber das Muster: Der günstigste Einstieg ist selten der günstigste Weg.

Fünf Fragen an jeden Anbieter

Stellen Sie diese Fragen, bevor Sie unterschreiben. Die Antworten sagen mehr als jeder Preis.

  1. Ist das ein Festpreis, und was genau ist enthalten?
  2. Auf wessen Namen läuft die Domain?
  3. Was kostet eine Änderung nach der Übergabe?
  4. Lädt die Seite etwas von fremden Servern, und brauche ich einen Cookie-Banner?
  5. Was passiert mit der Seite, wenn wir uns trennen?

Wenn ein Anbieter bei Frage 2 oder 5 ausweicht, suchen Sie weiter.

Kurz gesagt

Eine Webseite für einen Handwerksbetrieb kostet 2026 realistisch 700 bis 3.000 Euro einmalig und 30 bis 100 Euro im Monat laufend. Alles darunter bezahlen Sie mit eigener Zeit, alles darüber kauft Dinge, die ein Betrieb unter 20 Mitarbeitern selten braucht. Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Seite kosten würde, schicken Sie mir drei Sätze über Ihren Betrieb. Ich antworte innerhalb von drei Werktagen mit einer Zahl.

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